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Ballonglas

Als Ballonglas wird eine Grundform für Trinkgläser bezeichnet, die sich in den letzten Jahrhunderten den Eigenschaften einiger zumeist alkoholischer Getränke angepasst hat. Eine Vielzahl an Wein-, Sekt-, Whiskey- oder Cocktailgläser ist aus dieser grundlegenden Gestalt hervorgegangen. Die richtige Anwendung solcher Modelle soll dabei helfen, alle geschmacklichen Aromen sowie möglichst viele Geruchsstoffe freizusetzen.

Allgemeines zum Ballonglas

Wann das Ballonglas seinen Namen erhalten hat, ist ungewiss. Seine erste Verwendung soll jedoch in den antiken Weltreichen Roms und Griechenlands stattgefunden haben. Die Formgebung folgte den damals schon gebräuchlichen Kelchen und Schalen mit bauchigem Boden – die darin gereichten schweren Weine präsentierten sich in Geschmack und Geruch häufig anders als jene, die in herkömmlichen Gläsern serviert wurden. Diese Erkenntnis ließ bis heute beinahe zahllose Arten an Ballongläsern entstehen, die in Höhe, Ausformung, der Gestalt des Randes oder der Länge des Stiels voneinander abweichen. Gleich ist ihnen der üppige bis umfangreiche Bauch: Er soll dem Getränk einen ungestörten Kontakt mit der Raumluft geben – und durch das Schwenken eine höhere Freisetzung aller Aromen gewährleisten. Damit eignet sich das Glas aber nur für die Verwendung bei einigen wenigen alkoholischen Drinks.

Süße und schwere Spirituosen

Zum Einsatz kommen Ballongläser meist dann, wenn Getränke gereicht werden, die sehr komplex und vielschichtig aufgebaut sind. Zu denken wäre an cremige oder sahnige Liköre, an süße Cocktails, an schwere Weine sowie an rauchige Whiskeys. Sie alle eint, dass sie bei der Verwendung eines geeigneten Glases an Charakter gewinnen können. Je mehr die Spirituose in den Kontakt mit der Umluft gelangt, desto mehr Aromen setzt sie frei. Und je häufiger die Flüssigkeit im Bauch des Glases geschwenkt wird, desto mehr Geruchsstoffe transportiert sie an die Nase des Genießers. Er kann meist schon vor dem ersten Schluck den vollen Körper des Getränkes erkennen – ein Umstand, der sich bei schmalen Gläsern in dieser Vollendung nur selten einmal ergibt.

In zahlreichen Formen denkbar

Je unterschiedlicher die Spirituosen ausfielen, desto mehr hat sich in den letzten rund zwei Jahrhunderten aber auch die Formgebung der Ballongläser unterschieden. Zwei besonders markante Vertreter dieser Gattung stellen etwa der Cognacschwenker und das Nosing-Glas für den Whiskey dar. In beinahe allen Eigenschaften weichen beide Formen voneinander ab – verfolgen aber doch den gemeinsamen Zweck, dem in ihnen befindlichen Getränk bei der Freisetzung aller Aromen zu helfen. Bereits beim Genuss eines hochwertigen Weines werden die Abweichungen schnell erkennbar, wenn dieser einmal in einem herkömmlichen Weinglas serviert, ein anderes Mal aber in einem Glas mit leichtem Bauch gereicht wird. Geschmack und Geruch profitieren im Regelfall von den Rundungen des Glases, in denen sich der Inhalt frei bewegen darf.

Die Länge des Stiels

Es ist aber nicht das Glas alleine, das die genannten Eigenschaften beeinflusst. Auch die Höhe des Stiels gilt als wichtiges Kriterium. Je länger er ausfällt, desto weiter ist das im Ballonglas befindliche Getränk von der Hand des Genießers entfernt – und nimmt daher nur ein geringes Maß an Körperwärme desselben auf. Das ist etwa bei einem Grappa gewünscht, der eher kühl serviert wird. Ebenso bei Weinen, die sich der Raumtemperatur anpassen, diese aber nicht überschreiten sollen. Cognacschwenker hingegen weisen nur einen sehr kurzen Stiel auf. Hier liegt das Glas in der Hand des Anwenders – und wird in ihr leicht erwärmt. Auch dank dieses Vorgangs, der durch das anschließende Schwenken unterstützt wird, können immer wieder Geschmacksstoffe freigesetzt werden, die in einem herkömmlichen Glas wohl nur schwerlich zu erkennen wären.

Wichtiges Hilfsmittel für Profis

Das Ballonglas gilt jedoch nicht alleine wegen seiner geschmacksunterstützenden Eigenschaften als derart beliebt. Kenner guter Weine oder Whiskeys nutzen es vielmehr auch, um sich schon vor dem ersten Schluck ein umfangreiches Bild des zu genießenden Getränkes zu verschaffen. Einerseits gelingt das durch den im Rahmen des Schwenkens freigesetzten Geruch. Andererseits kann bei diesem Vorgang auch beobachtet werden, welches Fließverhalten die Spirituose an den Innenwänden des Glases zeigt. Weine, die nur ein geringes Maß an Säuren und Alkohol enthalten, laufen dabei ungebremst ab. Je höher beide Inhaltsstoffe aber konzentriert sind, desto mehr kommt es zur Bildung kleiner Fenster. Besonders schwere Weine haften den Innenseiten dagegen über viele Sekunden an und fließen nur zäh wieder in den Bauch des Glases zurück.

Tipps zur Pflege

Ballongläser werden in der Regel in einem aufwendigen Verfahren hergestellt, bei dem der glühend erhitzte Rohstoff derart weit mit Luft gefüllt wird, dass sich der charakteristische Bauch herausbildet. Durch diesen Arbeitsschritt kann die Dicke des Glases aber variieren. Einige Exemplare sind somit sehr zerbrechlich. Sie sollten nach der Verwendung nicht in der Spülmaschine gesäubert werden, da bereits leicht erhöhte Temperaturen ein Brechen des Glases bewirken könnten. Die Reinigung wird somit per Hand vorgenommen und mit einem milden Spülmittel unterstützt. Wichtig dabei ist es, das Ballonglas anschließend ein weiteres Mal in klarem Wasser zu tauchen, um alle Seifenreste zu entfernen – sie würden anderenfalls den Geschmack beeinträchtigen. Sowohl beim Waschen als auch beim Trocknen sollte jedoch keinerlei Druck auf das Glas ausgeübt werden.

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