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Koch-Wiki:

Feldkochherd

Als Feldkochherd wird eine fahrbare Kochstelle bezeichnet. Sie wurde erstmals für das Militär eingesetzt und soll die autarke Verpflegung ohne Strom oder Gas gewährleisten. Da hiermit das Kochen für große Menschenmengen ermöglicht wird, empfiehlt sich eine Verwendung im privaten Kreis fast nicht.

Allgemeines zum Feldkochherd

Ein warmes Mahl stärkt Körper und Geist. Doch nicht immer verfügen hungernde Personen außerhalb ihrer eigenen vier Wände über die Möglichkeit der Zubereitung. Insbesondere das Militär war im Felde und bei Übungen von diesem Manko betroffen. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden daher erstmals sogenannte Feldküchen eingerichtet, die zumindest das Erwärmen vorgefertigter Speisen sicherstellten. Sie waren mit einem Feldkochherd versehen, der sich von den üblichen im Haushalt und der Gastronomie verwendeten Herde abgrenzt. Meist handelt es sich dabei um Wagen oder Anhänger, die mit einer im Innenbereich liegenden Kochstelle und dem Aufsatz für mehrere Kübel und Kessel versehen sind. Eine weitere gängige Bezeichnung solcher Modelle wird in der Gulaschkanone gesehen – ein Begriff, der auch heute noch durch viele private Anbieter gekochter Suppen genutzt wird.

Für diverse Gerichte geeignet

Allerdings wäre es falsch, den Feldkochherd lediglich auf die Zubereitung von Suppen zu reduzieren. In den Kesseln, die unterschiedliche Größen erreichen, ist das Garen fast aller Speisen möglich. Durch das scharfe Anbraten von Fleisch und Speck lassen sich auch wohlschmeckende Aromen erzeugen, wodurch etwa ein Gulasch mit starkem Charakter angefertigt werden kann. Die Kochstelle wird daher häufig einer mehrfachen Anwendung unterzogen, da sie natürlich auch heiße Getränke zubereitet – und im Felde oder bei Einsätzen des Katastrophenschutzes solide ausgelastet sein wird. Zudem wurde ein über Jahrzehnte währendes Problem gelöst: Moderne Feldkochherde sind sogar zum Backen von Teigwaren, zum Rösten von Wurzeln und Knollen oder sogar zum vitaminschonenden Dünsten geeignet. Es bleibt somit kein kulinarischer Wunsch unerfüllt.

Mit altmodischer Beheizung

Eine solche Gulaschkanone hat aber den Weg in die Moderne noch nicht endgültig bewältigt. Die meisten Exemplare werden noch immer altmodisch mit Kohlen und Holz befeuert. Das liegt einerseits natürlich daran, dass im Felde, in Wäldern und auf Wiesen nur selten eine Stromverbindung verfügbar sein wird. Andererseits benötigt ein vollständig ausgelasteter Herd derart viel Energie, dass ohnehin ein eigener Aggregator zum Erzeugen der Kraft mitgeführt werden müsste. Denn haushaltsübliche Steckdosen können diesen Bedarf nicht decken. Oftmals haftet den Speisen somit ein rauchiges Aroma an, da das Feuer direkt unter den Kesseln lodert. Bei neueren Gulaschkanonen wurde allerdings eine trennende Metallschicht eingelassen, sodass viele Gerichte nunmehr ihren eigentlichen Geschmack ausspielen – damit aber auch das besondere Flair des Aufenthaltes unter freiem Himmel vermissen lassen.

Die besonderen Anforderungen an das Gerät

Auch in der privaten Anwendung lassen sich immer wieder Feldkochherde finden. Bei Preisen ab rund 2.000 Euro aufwärts ist ihre Rentabilität allerdings fraglich. Zudem bedarf es eines hohen Vorwissens, um derartige Modelle funktionsgemäß zum Einsatz zu bringen. So ist es nicht alleine damit getan, die Kübel an ihre Position zu rücken und das Feuer zu entfachen. Eine Gulaschkanone arbeitet prinzipiell wie ein Ofen. Wird hierbei kein Rauchabzug betätigt und kann der beim Verbrennen von Holz und Kohle entstehende Druck nicht entweichen, so droht immer wieder die Gefahr von Explosionen und Bränden. Ein häufiger Anfängerfehler besteht zudem darin, das Gerät nicht vor einer Überhitzung zu schützen. Es kann anschließend bereits auf der Außenschicht solch hohe Temperaturen erreichen, dass ein Anfassen nicht mehr möglich ist.

Probleme bei der Zubereitung von Speisen

Aber auch ein weiteres Manko stellt sich oftmals ein: Viele Köche, die bislang im kleinen Maßstab tätig waren, scheitern bei der Zubereitung der Gerichte in den Kesseln. Gemeint ist nicht alleine das Würzen. Die Fragen, wie lange eine Mahlzeit garen muss, ob sie direkt oder indirekt auf dem Feuer stehen sollte oder wie die optimale Temperatur zum Kochen erreicht wird, werden gegenwärtig nur Kantinen- und Feldköchen vermittelt. Laien geraten hier also schnell an ihre Grenze. Sie finden eine Hilfe aber in den immer zahlreicher erscheinenden Kochbüchern, deren Rezepturen sogar auf bestimmte Arten der Gulaschkanonen ausgelegt sein können. Denn auch beim Aufbau und der verwendeten Technik derselben kommt es zu erheblichen Unterschieden, die für viele Köche zunächst nur schwerlich zu überblicken sind.

Auch im kleinen Maßstab erhältlich

Häufig werden auch Gitterroste als Feldkochherd bezeichnet, die über einem lodernden Lagerfeuer oder auf kleiner Flamme aufgestellt werden können. Sie ermöglichen das Erwärmen von Töpfen und Pfannen von geringer Größe. Meist sind die aus Stahl gefertigten Modelle für die Zubereitung von Speisen für ein bis zwei Personen ausgelegt. Da sie häufig im Outdoorbereich zum Einsatz kommen, lassen sie sich im Regelfall leicht verstauen und können mühelos im Rücksack transportiert werden. Größere Exemplare sind dagegen aus Stahl gebogen, weisen ein hohes Gewicht auf, können aber auch bis zu sechs Personen zeitgleich bekochen. Meist sind solche Geräte bei einem geselligen Zusammensein in kleiner Runde effektiver und preiswerter, als es eine Gulaschkanone sein könnte. Letztgenannte kommt erst in Betracht, wenn die Verpflegung größerer Menschenmengen notwendig wird.