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Granatapfel

Der Granatapfel ist eine traditionsreiche Frucht, die an einem gleichnamigen Baum wächst. Damit zählt sie zu der botanischen Gattung der Weiderichgewächse. Ihr fachlicher Name lautet „Punica granatum“ und sie wird hauptsächlich als Obst genutzt. Aufgrund der Fruchtfleischkonsistenz zählen Granatäpfel aber im Allgemeinen zu den Beeren.

Heutzutage erfreuen sie sich zudem einer wachsenden Beliebtheit bei der Lebensmittelzubereitung in internationalen Küchen. Dies basiert unter anderem auf der Einführung der Früchte mithilfe der Spanier, die sie während der Kolonialzeit in die Karibik oder auch Südamerika brachten. Inzwischen haben Granatäpfel aber ebenfalls in weiten Teilen Europas einen festen Platz. Die Hauptanbaugebiete befinden sich in den Regionen um das Mittelmeer sowie im Nahen Osten. Eine weltweite Etablierung, die auf eine lange Geschichte zurückgeht.

Die Anfänge des Granatapfels

Mit einer über 5000 Jahre alten Entstehungsgeschichte gilt der Granatapfel als eine der urtümlichsten Fruchtsorten. Allerdings lässt sich nicht zweifelsfrei nachweisen, auf welchem Teil der Erde er zuerst aufgetaucht ist. Vermutungen nach entstammt er wohl dem asiatischen Kontinent und trat zunächst in Mittel- sowie Westasien in Erscheinung. Bereits die Bibel beinhaltet Schriften, in denen die Frucht dargestellt wird und angeblich mit 613 Kernen die Anzahl der Gesetze widerspiegeln sollte, die es im Alten Testament gab.

Außerdem hat der Granatapfel eine große Bedeutung in der griechischen Mythologie und soll im Mittelalter unter den Christen ein Symbol für Herrschertum sowie uneingeschränkte Macht gewesen sein. Nicht umsonst ernannten ihn die Menschen zu einer „Speise der Götter“ und verewigten ihn auf zahlreichen Bildnissen. Bis heute wird der Granatapfel als Zeichen für Fruchtbarkeit, Schönheit, Liebe und Jugend angesehen. Dies beruht vor allem auf seiner erlesenen Erscheinung.

Der Granatapfel und seine charakteristischen Merkmale

Granatäpfel gedeihen an immergrünen Bäumen, die zwischen 5 und 8 m Wuchshöhe erreichen und mehrere 100 Jahre bestehen bleiben. Die Blätter sind lanzettartig geformt und circa 10 cm groß. Die Blüten hingegen präsentieren eine ästhetische Farbkombination aus Orange und Rot, die sich meistens zu Beginn des Frühjahrs zeigt und bis in den Sommer andauert. Der zentrale Bestandteil des Granatapfelbaums sind jedoch seine Früchte. Sie besitzen eine apfelähnliche Silhouette, einen Durchmesser von ungefähr 10 cm und eine recht dicke Schale, die das empfindliche Innenleben des Granatapfels vor schädlichen Einflüssen schützt. In puncto Farbgebung kann sie variieren und zeigt, je nach Herkunftsland oder Reifegrad, einen grün-gelblichen oder tiefroten Ton.

Die Beschaffenheit des inneren Teils ist weder fleischig noch holzig, weswegen der Granatapfel, wie schon oben angemerkt, zu den Beeren gezählt wird. Das Besondere an dem Inneren der kulturellen Früchte zeigt sich in ihrem Aufbau, denn sie setzen sich aus einzelnen, kammerähnlichen Fruchthöhlen zusammen. Darin befinden sich die eigentlichen Höhepunkte des Granatapfels, nämlich seine Samen, die auch als Granatapfelkerne betitelt werden. Mit der Größe von circa 15 mm entsprechen sie dem Umfang einer Erbse, haben allerdings eine kantige Form. In den meisten Fällen gibt es um die 400 pro Granatapfel, die jeweils von einem prallen Fruchtfleisch umhüllt werden. Dieses Fleisch ist der einzige verzehrbare Bestandteil der Früchte und gleicht mit seiner satten roten Färbung und dem Aussehen einer Anhäufung von kleinen Rubinen, die ein süßes bis säuerliches Aroma verströmen.

Die Saison der Granatäpfel dauert von September bis in den Dezember hinein, was zeigt, dass die Frucht eher in den Wintermonaten ihr Aroma verbreitet. In Deutschland sind die Waren jedoch nur als Exportartikel erhältlich, denn ohne das optimale Klima, welches hier nicht vorherrscht, kann ein Granatapfel nicht reifen. Dann allerdings zeichnet er sich durch seine Vielseitigkeit aus und unterstützt kreative Köche bei ihrer Menüzubereitung.

Der Granatapfel in der Küchenpraxis

Sollten Granatäpfel gekauft werden, dürfen die Früchte nicht mehr unreif sein, weil sie nach dem Pflücken nicht nachreifen. Aufbewahren lassen sie sich hingegen einige Wochen, wodurch es möglich ist, Granatäpfel im Vorrat zu kaufen. Vor allem in Deutschland offerieren Händler sie sogar schon ab Juni.

Vor ihrer Verwendung wäre es jedoch angebracht, die Früchte fachgerecht zu präparieren. Hierbei ist es üblich, die Granatäpfel entweder zu halbieren, um die delikaten Samen mit einem Löffel auszukratzen oder durch Klopfbewegungen auf die Fruchtrückseite zu lösen, während eine weitere Methode darauf basiert, die Granatäpfel in einem wassergefüllten Gefäß aufzubrechen, damit sich die Kerne am Boden positionieren und die Schalen an die Wasseroberfläche schwimmen. Zusätzlich sollte der Strunk entfernt werden.

Die Granatapfelkerne sind danach eine Grundlage für viele Speisen und harmonieren zu süßen Desserts, Eis, Obstsalaten und Joghurt ebenso optimal wie zu deftigen Wild- oder Geflügelgerichten. Auch als Zutat von Säften ist die feine Frucht gut geeignet. In Armenien oder Israel fungiert sie stattdessen als Hauptzutat des Granatapfelweins und bei der Cocktailherstellung, darunter Tequila Sunrise, findet sie sich in Grenadine Sirup wieder. Oftmals nutzen Konsumenten auch Nahrungsergänzungsmittel mit Granatapfel, wohingegen die Schalen lange eine färbende Substanz für Orientteppiche waren. Es ist jedoch ratsam, immer Produkte zu wählen, die einem schonenden Herstellungsverfahren unterlagen, um das Optimum an Nährstoffen auszukosten.

Damit wird der Granatapfel äußerlich und geschmacklich seinem Ruf als „göttliche Frucht“ gerecht.

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