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Koch-Wiki:

Milchwächter

Als Milchwächter wird ein Hilfsmittel für die Küche bezeichnet, das ein Überkochen der Milch sowie ein Einbrennen anderer Flüssigkeiten vermeiden soll. Das meist scheiben- oder deckelförmige Modell wird in oder auf den Topf gegeben und kann dabei über ein akustisches Signal den Wärmeanstieg der Milch signalisieren.

Allgemeines zum Milchwächter

Das Kochen von Milch benötigt ein wenig Übung. Aber selbst Profis unterläuft dabei manches Missgeschick: Wer sich kurz vom Herd abwendet, verpasst zuweilen den perfekten Moment – und somit das Aufsteigen der siedenden Flüssigkeit über den Rand des Topfes hinaus. Ein solches Malheur ist ärgerlich. Nicht alleine wegen der vergeudeten Milch. Vielfach folgen nun ausgedehnte Säuberungen der Kochstelle und des Topfes. Denn das tierische Lebensmittel brennt stark ein, kann an Metallen, Glas und Kunststoffen lange und hartnäckig haften. Dass es dabei zu unangenehmen Gerüchen kommt, sei lediglich nebenbei erwähnt. Zur Abhilfe derartiger Pannen wurde der Milchwächter entwickelt – wobei er regional bedingt über unterschiedliche Namen verfügt. Er soll den Anwender rechtzeitig vor dem Kochen der Milch warnen oder sogar deren Überlaufen verhindern.

Aus robustem Material gefertigt

Der Milchwächter lässt sich in verschiedenen Formen, Größen und Rohstoffen finden. Meist wird dabei ein haltbares Material verwendet. Immerhin kommt das Hilfsmittel in den direkten Kontakt mit der Milch oder mit dem aufsteigenden Dampf. Er ist somit erheblichen Temperaturen ausgesetzt und soll diese mühelos überstehen. Weit verbreitet sind daher Milchwächter aus Porzellan. Sie lassen sich nach der Anwendung ohne Schwierigkeiten reinigen und sind bei sachgemäßem Umgang fast unkaputtbar. Ähnliche Eigenschaften weisen Modelle aus Glas auf, wobei ihre Lebensdauer nicht allzu weit ausgedehnt ist. Wird der gläserne Milchwächter nach der Verwendung mit kaltem Wasser abgespült, kann er durch die auftretende Schwankung der Temperaturen schnell brechen. Moderne Exemplare sind daher aus Edelstahl gefertigt. Diese können zwar bis zu 20 Euro kosten, stellen aber eine einmalige Anschaffung dar.

Es klappert im Topf

Aber auch in der Art ihrer Anwendung unterscheiden sich die Milchwächter erheblich. Ein Konzept beruht darauf, das scheibenförmige Hilfsmittel auf den Boden des Topfes zu legen und die Milch hinzuzugießen. Sobald im Gefäß die wallende Hitze aufsteigt und die Flüssigkeit kurz vor dem Siedepunkt steht, bewegt sich der Wächter. Hierbei entsteht ein klapperndes Geräusch, das meist auch in entfernten Räumen noch wahrgenommen werden kann. Im Regelfall sollte der Anwender nun zwischen 20 und 30 Sekunden Zeit haben, um den Topf von der heißen Platte zu nehmen – und damit ein Überkochen zu verhindern. Der gesamte Vorgang gilt als sicher und effektiv. Zudem können von dem Milchwächter keinerlei Partikel in das tierische Lebensmittel gelangen. Der Geschmack wird somit nicht verfälscht.

Ein pfeifendes Geräusch

Eine weitere Idee folgt dem sogenannten Flötenkessel. Dabei handelt es sich um Gefäße, deren Deckel derart geformt ist, dass er den aufsteigenden Wasserdampf für ein akustisches Signal verwendet. Der ähnlich gestaltete Milchwächter wird dazu auf den Topf gegeben, in dem sich die zu erwärmende Milch befindet. Sobald ihre Temperatur steigt, erhöht sich der Innendruck in dem Behältnis und der Dampf passiert eine kleine Mündung am Milchwächter, wodurch ein lautes Pfeifen ausgelöst wird. Auch hierbei bleiben dem Koch anschließend einige Sekunden, um ein Überlaufen der Flüssigkeit zu vermeiden. Neuere Entwicklungen variieren dabei in der Stärke ihres Tons, wodurch der Anwender anhand der Lautstärke erkennen können soll, wie lange die Milch zum Kochen benötigt. Auch darin kann ein sicheres Konzept gesehen werden, um Missgeschicke zu umgehen.

Das Überkochen ist nicht möglich

Die dritte und letzte Form des Milchwächters setzt es sich zum Ziel, ein Aufsprudeln der Milch gänzlich zu vermeiden. Dafür wird der deckelähnliche Aufsatz auf den Topf gegeben. Er verfügt über eine kleine Einkerbung, aus der der auftretende Dampf entweichen kann. Beim Kochen der Milch steigt diese zwar auf, wird sich nach Berührung mit dem Milchwächter aber sofort zurückziehen. Auf diese Weise ist es möglich, ein Überkochen selbst dann zu verhindern, wenn eine Kontrolle des Topfes nicht möglich ist. Allerdings entsteht damit im Vergleich zu den beiden vorgenannten Typen das Manko, dass die Flüssigkeit sehr wohl am Boden einbrennen kann, was regelmäßig auch zu unschönen und ungenießbaren Ergebnissen führen wird. Es bleibt also dabei: Beim Kochen der Milch sollte sich der Anwender in unmittelbarer Nähe befinden.

Auch für andere Flüssigkeiten verwendbar

Der Milchwächter, der übrigens eine französische Erfindung aus dem frühen 19. Jahrhundert darstellt, ist in seiner Anwendung aber nicht alleine auf die Milch begrenzt. Insbesondere bei dickflüssigen Soßen kann er den Temperaturanstieg anzeigen und damit signalisieren, dass umgerührt werden muss – somit wird ein Anbrennen verhindert. Auch ein allzu starkes Erhitzen kann das Hilfsmittel melden und dabei zu einer Reduzierung der Wärmezufuhr mahnen. Milchwächter lassen sich daher in vielen Haushalten finden. Sie werden preiswert erworben, können für unterschiedliche Zwecke eingesetzt werden, stellen an die Verwendung keine Ansprüche und werden bei optimalem Umgang mehrere Jahre überdauern. Mehr bedarf es also nicht, um ein Anbrennen von Flüssigkeiten oder ein Überkochen der Milch zu vermeiden. Einem der größten Missgeschicke in der Küche kann vorgebeugt werden.

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