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Reisring

Ein Reisring ist, wie der Name schon sagt, ein Küchengerät, das ausschließlich für die Zubereitung von Reis zum Einsatz kommt. Heute ist der Reisring nur noch selten in durchschnittlichen Küchen zu finden. Die Zubereitung von Reis in diesem Gerät hat gegenüber dem gewöhnlichen Kochen von Reis keine geschmacklichen Vorteile. Es handelt sich um eine Form, die ausschließlich der optischen Verzierung von Gerichten dient.

Form und Anwendung des Reisrings

Die Optik eines Reisrings erinnert ein wenig an eine Form für Marmorkuchen. Reis wird in den äußeren Ring gegeben und anschließend gekocht, bis der Reis gar ist. Durch die feinen Löcher in den Seiten des Rings fließt überschüssiges Wasser und Flüssigkeit, die im Anschluss an das Kochen durch Wasserdampf entsteht, ab. Reiskörner dringen nicht nur diese Löcher, da sie schlicht zu groß sind.

Sobald der Reis den gewünschten Garzustand erreicht hat, erfolgt das Stürzen auf einen Teller oder eine andere geeignete Oberfläche. Achtung: Der Reisring ist in diesem Zustand noch extrem heiß und auch der ausgestoßene Dampf schmerzt an den Armen und Händen oder im Gesicht. Da diese Kochgeräte meist aus Edelstahl oder Aluminium bestehen und keine Kunststoffgriffe haben, ist die Verwendung von Topflappen oder Handschuhen Pflicht.

Der jetzt noch recht klumpige, zusammenhängende Reis behält seine Form bei und erinnert, abermals, an einen Marmorkuchen: An den Außenseiten türmt sich ein kreisrunder Wall aus Reis auf, während in der Mitte Platz für andere Nahrungsbeigaben bleibt.

Dort kann der Reisring anschließend beliebig befüllt werden. In Deutschland finden dort traditionell Gerichte wie Hühnerfrikassee oder auch Rindergulasch einen Platz. Erlaubt ist jedoch, was schmeckt: Sowohl eher flüssige als auch feste Nahrungsmittel passen gut zu einem Reisring. Durch die kompakte Dichte der Reiskörner drohen auch eher flüssige Gerichte (wie das erwähnte Hühnerfrikassee) nicht, an den Seiten durch den Reis zu brechen. Bei flüssigen Nahrungsmitteln ist dennoch darauf zu achten, dass das Stürzen auf einen tiefen Teller mit einem hohen Rand erfolgt.

Nutzen des Reisrings

Geschmacklich ändert sich durch die Verwendung eines Reisrings gar nichts. Der Reis hat zwar eine höhere Dichte, dies beeinflusst aber nicht die Konsistenz oder andere für den Geschmack ausschlaggebende Punkte. Es handelt sich um eine Methode, die nur die visuelle Zubereitung einer Mahlzeit deutlich aufwerten kann: Umgeben von Reis kommt der Speise in der Mitte des Rings erhöhte Aufmerksamkeit und Bedeutung zu. Gleichzeitig wird der Reis zu einer Beilage „abgestuft“ – was in den meisten Gerichten auch voll zutrifft. Reis ist für sich allein selten das Hauptgericht und der Reisring unterstreicht diese Tatsache eindrucksvoll.

Reiszubereitung für mehrere Personen

Ein Reisring eignet sich aufgrund seiner schieren Größe eher für größere Speisen, die von einer Person alleine nicht verzehrt werden können. Es sollte daher ein Teller bereitstehen, der die gesamte Reismenge inklusive Beigabe in der Mitte aufnehmen kann. Von dort nehmen sich alle Gäste so viel von dem Gericht wie gewünscht. Die optische Raffinesse des Reisrings ist daher meist nur von kurzer Dauer. Ein Gericht in einem Reisring trägt aufgrund dieser visuellen Ästhetik auch das Flair einer besonderen Speise, die nicht alltäglich ist und früher in gehobenen Kreisen gerne serviert wurde.

Der Reisring erlebte sein erstes Hoch in den 1950ern. Zu dieser Zeit und in den kommenden Jahrzehnten waren Reisringe in den Haushalten in Deutschland deutlich verbreiteter als heute. Im Laufe der Jahrzehnte hat die Exklusivität des Reisrings ein wenig nachgelassen: Günstige Produktionsverfahren sorgten dafür, dass der Reisring bald ein gewöhnlicher Alltagsgegenstand wurde und jene Exklusivität – und damit einer der größten Anreize des Reisrings – verlorenging.

Völlig ausreichende Reisringe sind heute sowohl neu als auch gebraucht für weniger als 20 Euro zu erwerben. Ein kompletter Reisring ist allerdings recht groß und nimmt viel Platz in einem Küchenschrank ein. Dies ist ein weiterer Grund dafür, warum ein Reisring gerade in kleineren Wohnungen heute nicht mehr zur Grundausstattung in jeder Küche gehört.

Sachgemäße Pflege eines Reisrings

Moderne Reisringe bestehen entweder aus Edelstahl oder Aluminium. Letzteres hat den Vorteil, dass es besonders leicht und ebenso einfach zu reinigen ist. Beide Varianten sind für die Zubereitung von ausnahmslos jeder Reisform hervorragend geeignet.

Empfehlenswert ist die Reinigung eines Reisrings sofort nach der Verwendung. Wer zu lange mit der Reinigung wartet, riskiert, dass sich die Reiskörner an den Öffnungen festsetzen und nur schwer wieder zu entfernen sind. Da der gesamte Reisring nach der Verwendung sofort entleert wird, sollte es kein Problem sein, ihn mit einfachem Wasser abzuspülen und möglicherweise festhängende Reiskörner zu entfernen. Besonderes Augenmerk sollte offensichtlich auf den feinen Löchern im Reisring liegen.

Es kann sein, dass nicht jeder Reisring für die Reinigung in einer Spülmaschine geeignet ist. Handelt es sich um ein Modell aus nicht besonders hochwertigem Aluminium, droht das Abstumpfen des Metalls durch Kalkablagerungen. Auch aggressive Reiniger sollten nicht zum Einsatz kommen, einfaches Spülmittel reicht immer aus. All dies lässt sich vermeiden indem, wie bereits erwähnt, eine Reinigung einfach direkt nach der Anwendung erfolgt.