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Tränken

Die Kochtechnik Tränken ist ein Arbeitsschritt, bei dem weiche Lebensmittel mit geschmacksintensiven Flüssigkeiten begossen werden, bis sie feucht oder davon bedeckt sind.

Dabei ist dieses Verfahren auch unter dem Fachbegriff Mazerieren bekannt, der sich von dem französischen Wort „macérer“ ableitet. Das bedeutet „einlegen“ oder „einweichen“ und beschreibt somit den Vorgang bei der Küchenmethode.

Die Hauptaufgabe des Tränkens ist in diesem Zusammenhang die Aromatisierung der Produkte. Daher werden meistens alkoholische Flüssigkeiten, darunter Rum oder Likör, sowie Kaffee verwendet. Es ist aber auch möglich, die Lebensmittel mit Fruchtsaft zu tränken.

Die bekanntesten Produkte, die sich für eine Verarbeitung durch das Tränken eignen, sind reife Früchte. Vor allem als Basis von alkoholhaltigen Getränken, wie dem Rumtopf, sorgt diese Vorgehensweise gleichzeitig für eine verlängerte Haltbarkeit der Obstsorten, denn der enthaltene Alkohol stoppt die Ausbreitung von Bakterien oder Schimmelpilzen. Das Verfahren des Tränkens entspricht hier dem Marinieren von Früchten.

Zusätzlich lassen sich jedoch ebenfalls Teigwaren durch das Tränken präparieren. In dieser Verbindung hat es allerdings nicht nur die Funktion, den Produkten einen außergewöhnlichen Geschmack zu verleihen, sondern auch sie saftiger zu machen. Ein berühmtes Beispiel dafür ist das Tiramisu.

Da die Methode des Tränkens demzufolge für eine Vielzahl von Lebensmitteln gebräuchlich ist, besitzt sie mehrere Anwendungsmöglichkeiten.

Anwendungsmöglichkeiten

Tränken von Kuchenböden und Gebäck

Bei dem Tränken von Gebäckstücken oder Tortenböden nutzen professionelle Bäcker in der Regel Flüssigkeiten, die ein starkes Aroma besitzen.

Diese werden daraufhin tröpfchenweise auf die Teigwaren geträufelt. Dabei verhält sich das Grundprodukt wie eine Art Schwamm und saugt die Flüssigkeit in sich auf.

Oftmals bleiben die getränkten Lebensmittel nach diesem Arbeitsschritt aber noch eine Weile stehen, um von dem Optimum der Küchenmethode profitieren zu können. Später dürfen sie dann gemäß dem Rezept weiterverarbeitet werden.

Diese Form des Tränkens ist allerdings nicht die einzige, denn auch Obst lässt sich dadurch verfeinern.

Tränken von Früchten

Früchte sind in dem Zusammenhang mit der Kochtechnik Tränken hauptsächlich die Grundlage für einen Rumtopf. Dabei erfolgt anfangs das abwechselnde Aufeinanderschichten von Obst und Zucker in einem großzügigen Topf.

Anschließend wird so viel Rum hinzugefügt, dass die Früchte circa einen Fingerbreit von der Flüssigkeit bedeckt werden. Um allerdings nicht nur ein delikates Resultat zu erhalten, sondern auch die Konservierung zu unterstützen, muss der Alkoholgehalt bei diesem Verfahren immer hoch sein.

Danach braucht der Rumtopf eine Ruhephase von mehreren Monaten, bis er getrunken werden kann. Klassischerweise kommt es währenddessen zu einer wiederholten Hinzugabe von Früchten, die gerade erntereif sind. Für gewöhnlich wird hier mit Erdbeeren oder Kirschen zwischen Juni und Juli begonnen. Darauf basierend erweitert sich die Früchtevielfalt dann wahlweise um Pfirsiche im August, Pflaumen im September und Birnen im Oktober.

Manche Obstsorten lassen sich jedoch auch ohne eine Zugabe von Flüssigkeiten tränken.

Tränken von Obst im eigenen Fruchtsaft

Wenn das Verfahren des Tränkens für Früchte zum Einsatz kommt, kann die Methode manchmal auch ohne den Zusatz von Flüssigkeit gelingen.

So besitzen weiche Obstsorten, wie Erdbeeren, genügend Eigensaft, um ein erfolgreiches Tränken zu begünstigen.

Deswegen wird jene Kochtechnik hierbei angewendet, indem die Früchte lediglich mit handelsüblichem Zucker bestreut werden und hinterher durchziehen müssen.

Auf diese Weise tritt der Fruchtsaft aus und erzielt denselben Effekt wie das Tränken mithilfe von Flüssigkeit. Meistens erfolgt obendrein die Zugabe von etwas Zitronensaft, denn dadurch kann das Obst nicht braun werden.

Im Allgemeinen ist das Tränken von Lebensmitteln demnach eine variationsreiche Küchentechnik, die auch in privaten Haushalten seit vielen Jahren Bestand hat.

Tränken für den eigenen Gebrauch

In vielen heimischen Küchen hat das Tränken bereits eine lange Tradition, weil es die Basis für saftige Backwaren und aromatisierte Früchte ist. Gerade der klassische Rumtopf ist seit Generationen äußerst beliebt. Wer allerdings beabsichtigt, ihn in Eigenleistung herzustellen, sollte für die optimalen Voraussetzungen sorgen. Somit empfiehlt es sich, ein Gefäß zu verwenden, welches groß ist und aus erstklassigem Steingut besteht.

Zudem darf die nötige Sauberkeit des Topfes nicht außer Acht gelassen werden. Selbstverständlich kommt es ebenfalls auf die Qualität der einzelnen Komponenten an, sodass ausschließlich reife Früchte genutzt werden sollten und der Alkohol entsprechend hochwertig ausfallen muss.

Gleichzeitig wäre es ratsam, die Menge der Zutaten aufeinander abzustimmen, denn nur so resultiert daraus ein schmackhaftes Endergebnis.

Daher müssen die Früchte ausreichend gezuckert und von dem Alkohol komplett bedeckt werden. Während der folgenden Wartezeit ist zusätzlich die kühle Lagerung des verschlossenen Topfes erforderlich.

Falls die Methode des Tränkens jedoch für Gebäck eingesetzt wird, ist die Dosierung der Flüssigkeit entscheidend. Hier ist es sinnvoll, den Teig lediglich schrittweise zu beträufeln. Das ermöglicht die stetige Kontrolle und verhindert, dass das Produkt zu stark getränkt wird oder durchnässt. Natürlich richtet sich die Menge der Flüssigkeit grundsätzlich nach den Vorlieben der betreffenden Person. Ist eine dezente Geschmacksverfeinerung erwünscht, sollte demnach nur wenig Flüssigkeit benutzt werden, während eine intensivere Note durch einen größeren Flüssigkeitsanteil erzielt wird.

Somit ist die Kochtechnik Tränken ein gebräuchliches Verfahren, das Früchten ein spezielles Aroma gibt und sie konserviert oder saftiges Gebäck hervorbringt.
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