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Artikelnummer: 115116

Kurland ovale Platte groß

Dreifach gebrannt.

Große, ovale Platte (41 x 33 cm, spülmaschinenfest) des Porzellans Kurland der KPM (Königliche Porzellan-Manufaktur) Berlin. Diese historische Geschirrserie zeichnet sich durch eine edle Reliefierung und ausgewogene Formgebung im klassizistischen Stil sowie durch die besonders hochwertige Materialqualität aus. Damit die Teile ihr blaues Zepter als Markenzeichen der KPM tragen dürfen, müssen sie jeweils den strengen Qualitätsanforderungen des Traditionsunternehmens genügen. Ihre Entstehung verdanken sie sorgfältiger Handarbeit, und so ist jedes Stück ein kostbares Unikat, gefertigt nach dem Unternehmensmotto: Made to stay.

Das Geschirr entstand erstmalig, als um 1790 Peter von Biron (u. a. Herzog von Kurland und Semgallen) und seine Gattin Dorothea von Kurland die KPM mit der Entwicklung und Herstellung eines vielteiligen Service beauftragten. 1785 hatten sie das Schloss Friedrichsfelde samt Ländereien gekauft und damit begonnen, seine Räume nach dem künstlerischen Programm des Klassizismus umzugestalten. (Ab 1800 wurde auch die Fassade des Schlosses an den Klassizismus angepasst, durch die zweitnächste Eigentümerin Katharina von Holstein-Beck; heute gehört es zu Berlin.) Der Modellmeister der KPM, Johann Karl Friedrich Riese, entwarf passend zu dem neuen Einrichtungsstil des herzoglichen Ehepaares das Service „Antique Kanthe“ - zu Ehren Peter von Birons wurde es später in „Kurland“ umbenannt. Es gilt als eines der ersten Service im klassizistischen Stil überhaupt; dieser ist gekennzeichnet durch seine Orientierung an dem Formenkanon griechischer Tempel der Antike. (Die Epoche des Klassizismus an sich wurde im deutschsprachigen Raum insbesondere durch den Archäologen und Kunsthistoriker Johann Joachim Winckelmann begründet und wird aus heutiger Sicht mit dem Zeitraum zwischen ca. 1770-1840 datiert.) Die Architektur der Tempel beruhte auf Symmetrie, Ausgewogenheit und auf harmonischen Proportionen mit speziellen Säulenordnungen; zu diesen gehörte die ausgleichende Formgebung durch die Verbindung von klaren Linien mit schmückenden Elementen. Und so zeigt auch das Service Kurland die klassische Kombination aus symmetrischer, klarer, teilweise kannelierter und polygonaler Linienführung bei den Grundformen und dekorativer Reliefierung an Rändern und Abschlüssen; ihre Elemente erinnern beispielsweise an kunstvolle Kapitelle mit stilisierten Akanthusblättern und an edle Draperien und Bänder für Palasträume. Das kunstvolle Spiel eines Meisters der Porzellangestaltung an der königlichen Manufaktur mit Formen und Ornamentik ließ Kurland zu einem Service der vollendet eleganten Tischkultur werden.

Die Vorzüge von feinem Porzellan, das sowohl seinen Zweck als Gebrauchsgegenstand erfüllt als auch einen Raum zu verschönern vermag, schätzte auch der musisch begabte König Friedrich II. (Friedrich der Große). Er hatte 1763 eine ursprünglich (1751) von Wilhelm Caspar Wegely und später von Johann Ernst Gotzkowsky mit seiner Unterstützung geführte Berliner Porzellanmanufaktur erworben, die nun die „Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin“ war und deren Produkte (statt eines Ws bzw. Gs) als Markenzeichen damals wie heute ein blaues Zepter auf der Unterseite erhielten. Der König stellte höchste Qualitätsansprüche an die herzustellenden Teile und sorgte für einen Kreis talentierter und gut ausgebildete Mitarbeiter in den Ateliers seines Unternehmens. Sich selbst nannte er gelegentlich scherzend seinen „besten Kunden“, doch er ließ nicht nur für die eigene Wohnkultur erlesene Porzellanwaren fabrizieren, sondern auch als politisch und persönlich motivierte - und begehrte - Geschenke. Bei der Gestaltung der Produkte wirkte er vielfach entscheidend mit, und sein feiner Sinn für Eleganz und Stil sollte auch für die kommenden Eigentümer der KPM ein verpflichtender Maßstab für die Ästhetik der Porzellanwaren mit dem blauen Königszepter bleiben, erreicht durch innovatives Design - angefangen bei dem Neffen und Nachfolger von Friedrich II., Friedrich Wilhelm II., unter dem das berühmte Service Kurland (bzw. Antique Kanthe) entstand.

Maße
41 x 33 cm

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