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Koch-Wiki:

Glosche

Als Glosche wird eine häufig aus Metall gefertigte Haube bezeichnet, die zum Abdecken von Speisen zum Einsatz kommt. Sie wird auf ein Tablett oder einen Teller gesetzt, wodurch das darunter befindliche Menü über viele Minuten hinweg seine Temperatur bewahren kann. Ebenso ist es dort vor Beschädigungen und Verunreinigungen geschützt.

Allgemeines zur Glosche

Viele Speisen werden warm serviert. Doch nicht immer ist es möglich, die Temperatur des Gerichtes – etwa eines perfekt gebratenen Steaks – auch so lange zu bewahren, bis der Gast sein Mahl genießen kann. Bereits im 18. Jahrhundert kam am französischen Königshof somit erstmalig die Glosche zum Einsatz. Ihr Begriff leitet sich von dem ebenfalls aus Frankreich stammenden Wort „Cloche“ ab, das eine Glocke umschreibt. Und diese Wahl wurde nicht ganz zufällig getroffen: Für die ersten Menüs, die derart behandelt wurden, kamen tatsächlich kleine Glocken zum Einsatz. So konnten insbesondere unter den Höheren von ihnen auch Torten und kunstvolle Aufbauten versteckt werden – sie wurden zwar nicht warmgehalten, blieben unter ihrer Schutzhülle aber gegen äußere Einflüsse gesichert. Das Mahl konnte unbeschadet die Tafel des Königs erreichen.

Die richtige Temperatur

Übrigens war es unter der Glosche nicht alleine möglich, ein Gericht im erwärmten Zustand zu belassen. Auch gefrorene Speisen wie der Eisbecher, ein Gelee oder gekühlte Trüffel bewahrten sich unter der metallenen Glocke ihre kühle Aura. Und das konnte etwa dann wichtig werden, wenn die Außentemperaturen im Sommer sehr hoch ausfielen und die festliche Gesellschaft noch nicht speisen wollte. Die Glosche sicherte die Delikatesse vor einem Auskühlen oder Schmelzen. Notwendig dafür war es allerdings, die Innenseiten der Glocke zu verstärken. So verfügen schon einige der ersten überhaupt bekannten Hauben über eine doppelte Wand mit Hohlraum, wodurch sich ein isolierender Effekt einstellt. Sowohl Wärme als auch Kälte können nicht nach außen abgeführt werden – das Essen bleibt je nach Form der Glosche bis zu einer halben Stunde optimal temperiert.

Schutz gegen Verschmutzungen

Aber noch einen anderen Zweck konnte die Abdeckhaube gewährleisten: Sie sicherte das Mahl gegen Stürze, ebenso gegen Verunreinigungen. Denn nicht immer war der Weg von der Küche zur Festtafel besonders kurz. Häufig mussten die Bediensteten schwer beladen das Königshaus durchschreiten, den Garten passieren oder sogar das Menü auf kleinen Booten auf jene Insel transportieren, auf der sich die Gesellschaft aufhielt. Kurzum, es konnte immer zu Beschädigungen kommen, die natürlich nicht akzeptabel gewesen wären. Die Glosche schützte die Speise aber vor derartigen Gefahren. Auch ein spontan einsetzender Regenschauer konnte die Delikatessen nun nicht mehr zerstören: Einige Hauben ließen sich über ein Gewinde mit dem darunter befindlichen Teller oder Tablett sicher verschrauben, sodass Staub und Nässe hermetisch ausgeschlossen wurden.

Kunstvoll verziert

Viele der Gloschen wurden als Einzelstücke hergestellt. Der metallene Aufbau war dabei mit individuellen Szenen versehen, die etwa die Jagd abbildeten, eine Krönungszeremonie zeigten oder schlicht mit den Insignien der königlichen Macht aufwarteten. Lediglich ausgewählte Handwerker und Schmiede waren zu diesen Anfertigungen befugt. Noch heute lassen sich einige Antiquitäten finden, die den großen Luxus der damaligen Epoche bis in die Gegenwart tragen. Denn derart kunstvolle Verzierungen werden für die modernen Hauben nur noch selten geformt. Diese werden vielmehr aus poliertem Edelstahl produziert – ein Werkstoff also, der sich leicht reinigen lässt, der wenig anfällig für Beschädigungen ist und der zum Isolieren der Kälte oder Wärme die optimalen Eigenschaften aufweist. Einen Ausdruck von Stärke und Macht stellt die Glosche heute allerdings nicht mehr dar.

Aus Metall oder Kunststoff gefertigt

Die Glosche wird somit im Regelfall aus einem weichen Metall gegossen oder gebogen. Die Wände weisen dabei lediglich eine Dicke von einem bis zwei Millimeter auf. Hochwertige Stücke, die im Preis mühelos die Marke von 200 Euro durchbrechen, sind zudem mit einem Hohlraum in der Wand versehen, wodurch sich der isolierende Effekt ergibt. Moderne Hauben aus Kunststoff stellen demgegenüber aber auch keine Seltenheit mehr dar. Sie lassen sich kostengünstig erwerben, wobei stets zu hinterfragen ist, ob sie die Temperatur des Mahls tatsächlich bewahren können. Häufig ergeben sich hierbei erhebliche Unterschiede zu Gloschen aus dünnem Metall oder geschmiedetem Stahl. Darüber hinaus sind jene aus Kunststoff anfälliger für Beschädigungen. Einen Sturz überstehen sie häufig nicht ohne Kratzer und Brüche, wodurch ihre Lebensdauer vergleichsweise kurz ausfällt.

Für mehrere Generationen geeignet

Dass eine Glosche ursprünglich nicht alleine für Jahre und Jahrzehnte konzipiert war, zeigen frühere Modelle. Sie wurden aufwendig mit edlen Legierungen versehen, konnten in einigen Fällen aber auch gänzlich aus Gold und Silber geschmiedet sein. Solche Stücke wurden von Generation zu Generation vererbt und lassen sich noch heute in vielen Haushalten finden. Werden sie optimal gepflegt, so können sie weiterhin jenen Glanz ausstrahlen, den sie bereits bei ihrer Fertigung aufwiesen. Aber natürlich werden solche Exemplare nur noch für wenige Gelegenheiten verwendet. Ihr Preis steigt dagegen an, viele Gloschen sind auf Sammlermärkten sehr begehrt. Denn neben dem materiellen Wert handelt es sich hierbei oftmals um historisch relevante Hauben – die zudem immer einen Charme ausstrahlen, als würden sie aus einer längst vergangenen Zeit stammen.

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