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Maracuja

Die Maracuja ist eine Fruchtsorte, die zu der Familie der Passionsblumenarten gehört. Dort bildet sie die renommierteste Ausführung in Bezug auf den kommerziellen Anbau, der mittlerweile in vielen subtropischen und tropischen Gebieten der Welt stattfindet.

Zu Beginn ihrer Entwicklung traten Maracujas jedoch nur in Brasilien, dem Norden von Argentinien und Paraguay in Erscheinung. Die korrekte Bezeichnung für die Passionsblumengewächse lautet „passiflora edulis“, wobei die letzte Vokabel wörtlich übersetzt „essbar“ heißt und anzeigt, dass es sich bei ihren Resultaten, den Maracujas, um verzehrbare Produkte handelt. Gleichzeitig etablierte sich ein weiterer Name für die Obstware, nämlich Passionsfrucht.

Das beruht teilweise auf einer Erfindung der Jesuiten aus dem 17. Jahrhundert, die in dem Gewächs die Leiden von Jesus Christus zu erkennen glaubten. Eine andere Überlieferung für das Wort ist, dass jeder Konsument nach dem Verkosten von Maracujas eine dauerhafte Leidenschaft (Passion) für die Früchte entdeckt. Vor allem die gläubige Begründung für den Beinamen bezieht sich aber vorrangig auf die äußeren Merkmale der Pflanze.

Die Maracuja als Passionsfrucht

Basierend auf der Annahme, die Passionsblume ließe sich mit Jesus und dessen Leidensgeschichte in Verbindung bringen, werden die spitz zulaufenden Blätter mit den Lanzen gleichgesetzt, während die Pflanzenranken den Geißeln und die Staubblätter den Wunden nachempfunden wurden. Außerdem gelten die Blütenblätter als Erinnerung an die Apostel und die Blütenkrone als Symbol für die Dornenkrone. Unabhängig von ihrer Betitelung besitzt die Maracuja aber immer charakteristische Merkmale, die ihr Aroma und ihre Nutzungsmöglichkeiten prägen.

Die Maracuja und ihre botanischen Kennzeichen

Passionsfrüchte wachsen an Kletterpflanzen, die insgesamt bis zu 80 m messen können. Jeder der Triebe umfasst hierbei bereits Maße von etwa 10 m. Die Pflanzen bilden Ranken aus, um sich an anderen stützenden Produkten festzusetzen. Ihre Blätter werden dann von einem dunklen Grün begleitet, haben eine leicht glänzende Oberfläche und eine Größe von ungefähr 5-25 cm. Die Blüten der „passiflora edulis“ präsentieren sich in einem ästhetischen weiß, gepaart mit einem schmalen, violetten Kranz und besitzen einen Durchmesser von circa 6-8 cm.

Im Gegensatz zu anderen Pflanzen ist diese Ausführung in der Lage, sich selbst zu befruchten. Daraufhin kommt es zu dem Wachstum von Früchten, die sich in über 400 differente Arten aufteilen lassen, von denen aber nur zwei als Obstwaren richtig geläufig sind.

Die violette Maracuja

Die „forma edulis“ ist die wohl verbreitetste Version einer Maracuja und wird auch gerne „purpurne Granadilla“ genannt. Die größte Anzahl der Konsumenten kennt daher ausschließlich diese Sorte, die auch vorrangig in den deutschen Küchen zum Einsatz kommt.

Ihre Früchte sind, wie der Begriff schon erahnen lässt, dunkelviolett bis bräunlich. Eine derartige Ausführung hat für gewöhnlich eine rundliche, leicht ovale Form und ist nicht größer als ein herkömmliches Hühnerei. Ihr Fruchtfleisch ist recht saftig und besitzt eine geleeähnliche Konsistenz. In ihm befinden sich viele Kerne, deren schwarze Farbe einen starken Kontrast zu dem hellen orange-gelblichen Fruchtfleisch darstellt. Zugleich verströmen die Früchte einen feinen Duft, der die Interessenten schon erahnen lässt, auf welche geschmacklichen Vorzüge er sich freuen darf. Diese spiegeln sich dann in einer harmonischen Symbiose aus fruchtiger Süße und zarter Säure wieder. Ähnlich wie bei der zweiten Variante der Frucht, der gelben Maracuja.

Die gelbe Maracuja

Eine „forma flavicarpa“ bezeichnet die gelbe Ausführung der Maracuja, die aufgrund dieser Färbung auch „gelbe Granadilla“ heißt. Sie hat zwar dieselbe Silhouette wie ihre violette Verwandte, doch in puncto Größe ist sie mit circa 8-12 cm deutlich stattlicher. Ihre Oberfläche wird von einer glatten Schale mit wachsähnlicher Beschaffenheit dominiert und die enthaltenen Kerne sind braun, statt schwarz. Dennoch lassen sie sich bei beiden Varianten verzehren.

Im Unterschied zu der violetten Maracuja ist die gelbe Version allerdings nicht so süß, dafür ist ihr Säureanteil aber stärker. Das macht sie zu einer idealen Frucht für die Saftgewinnung. Nicht die einzige Anwendungsart der Maracuja, denn die kleinen Exoten sind äußerst vielseitig.

Die Maracuja in der Küchenpraxis

Die Hauptsaison der Passionsfrüchte ist im Sommer, doch inzwischen sind sie das ganze Jahr ein Bestandteil des Warensortiments gut sortierter Fachhändler. Wer die delikate Obstsorte verwenden will, sollte sich bei der violetten Ausführung nicht von einer schrumpeligen Oberflächenstruktur blenden lassen, denn sie zeigt, dass die Frucht reif ist. Dellen oder Druckstellen sind aber nicht erwünscht.

Insofern die Maracuja nicht direkt gegessen wird, eignet sie sich für eine kürzere Lagerung, solange sie keinen zu niedrigen oder zu hohen Temperaturen ausgesetzt ist. Andernfalls könnte die Frucht austrocknen oder ungenießbar werden. Soll es dagegen zu einem Gebrauch für pikantere Menüs kommen, wäre es besser, festere Varianten mit glatter Schale zu bevorzugen.

Daraus ergeben sich breit gefächerte Nutzungsmöglichkeiten als Zutat für fruchtiges Dressing, exotische Soßen zu Geflügelgerichten, geschmackvolle Konfitüre oder verschiedene Nachspeisen. Ebenso bieten sich Maracujas als Essig-Alternative an und veredeln Dessert, Sorbets oder Teigwaren. Wem die Frucht pur am besten schmeckt, der kann sie allerdings auch auslöffeln sowie in Kombination mit Schlagsahne oder Zitronensaft genießen.

Dadurch wird die Maracuja zu einer Frucht mit aromatischer Individualität.

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