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Mispel

Die Mispel ist eine alte Fruchtart aus den Kernobstgewächsen, die zu den Rosengewächsen zählt. Schon vor 3000 Jahren war sie im asiatischen Raum bekannt, von wo aus ihre internationale Etablierung startete.

Gerade im Mittelalter prägte sie die Küchenwelt Europas. Leider gelang es der Frucht daraufhin aber nicht, ihre Bekanntheit aufrechtzuerhalten, weshalb sie inzwischen zu einer Rarität geworden ist. Häufig wachsen die Pflanzen wild. Die Anbaugebiete befinden sich wiederum mittlerweile nur noch in Südostasien, Kalifornien, der Türkei und Spanien, die zugleich auch für die Belieferung europäischer Händler verantwortlich sind.

In diesem Zusammenhang kam es ebenfalls zu der Verbreitung der geläufigsten Mispel-Sorte, nämlich der japanischen Wollmispel, während die deutsche Variante, die Echte Mispel, heutzutage kaum noch auftaucht. Dabei bereichern die Früchte in jeder Form die Kochkreationen von Feinschmeckern mit ihren Vorzügen, denn Mispeln sind zwar selten, aber trotzdem äußerst wertvoll. Das verdanken sie natürlich ihrer Zusammensetzung.

Die Mispel im Überblick

Mispeln variieren in ihren Merkmalen je nach Art. Die Echten Mispeln entstehen hierbei an Bäumchen mit einem sehr kleinen Wuchs. Jene erreichen meistens nur 2, höchstens 5 m, können allerdings circa 70 Jahre alt werden. Im Allgemeinen bestechen die Pflanzen eher durch eine stattliche Breite, da ihre Baumkrone sehr ausschweifend ist. Dadurch wirkt das Gewächs rundlich. Die Blätter haben hingegen eine ovale Form und laufen zum Ende hin spitz zu. Typisch für sie ist der Farbunterschied zwischen der Blattoberseite und der unteren Hälfte. Letztere präsentiert sich etwas heller und zeigt eine filzartige Behaarung.

Die japanische Wollmispel gedeiht stattdessen an Bäumen mit einer Höhe von etwa 7 m. Auch ihre Blätter sind von Härchen übersät, ebenso wie die Blütenstiele. Ihre Blüten haben einen angenehmen Geruch, während die der Echten Mispel weißlich bis rosa schimmern und in den wärmeren Monaten, wie Mai und Juni, erblühen.

Erst im Oktober zeigen sich dort die Früchte, welche äußerlich einer Kugel gleichen, die leicht abgeflacht ist. Sie haben eine braune Farbe und messen zwischen 3 und 6,5 cm. Die Erträge der wild wachsenden, dornigen Pflanze stellen sich wiederum viel kleiner dar. Echte Mispeln sind mit härteren Gewebesubstanzen ausgestattet und werden deswegen mitunter als Steinäpfel betitelt. Ihre Konsistenz gestaltet sich zunächst hart und ihr Fruchtfleisch besitzt eine gelbe, verhältnismäßig dunkle Färbung. In ihm stecken fünf braune Samen, die länglich und groß sind. Wenn die Mispel ihren Reifegrad erreicht hat, wird das Fruchtfleisch teigartig und weich. Geschmacklich bietet es dann eine dezente Säure.

Japanische Wollmispeln offerieren dagegen Früchte, deren Silhouette dem Ei gleicht und die in etwa 5 cm messen. Ihre Außenhaut ist hellgelb und nicht besonders dick, was das Schälen der Früchte vereinfacht. Gemäß ihrer Namensgebung umhüllt die Schale ein feines Haarkleid, das wie Wollfäden wirkt. Ihr Fruchtfleisch ist gelblich bis hin zu orange und kann sowohl fest als auch weich sein. Wie bei der Echten Mispel enthält diese Variante mehrere Samen. Das Aroma ist ebenfalls säuerlich, jedoch mit süßen Akzenten. Bei beiden Arten ähnelt es dem Geschmack von Pfirsichen oder Aprikosen. Nicht umsonst heißen die Früchte unter Kennern oft brasilianische Aprikose. Die Reifeprozesse unterscheiden sich bei den Mispel-Arten wieder, denn Echte Mispeln sind auf die Frosteinwirkung angewiesen und Wollmispeln werden zwischen April und Mai geerntet. Sie haben auf dem heutigen Markt ohnehin die größere Präsenz und könnten in naher Zukunft vielleicht dafür sorgen, dass die Mispel wieder zu einer vielseitig genutzten Frucht wird.

Einkaufstipps für die Mispel

Wollmispeln sind frei von jeglichen Anhaftungen oder Schädlingen, weswegen sie ruhig mit Schale verzehrt werden können. Die Echte Mispel bietet sich aber nur geschält an. Zusätzlich sollte jene nach dem Kauf eine Weile ruhen, um eine mürbere Fruchtfleischbeschaffenheit hervorzurufen. Keine bedenkliche Angelegenheit, da Mispeln sehr lange haltbar sind.

Die japanische Ausführung hingegen symbolisiert ihre Reife durch bräunliche Streifen oder Flecken auf der Schale. In Bezug auf die Inhaltsstoffe glänzen die Früchte nicht unbedingt mit dem Optimum an gesundheitsfördernden Substanzen, ihr Vitamin C Gehalt und die wenigen Kalorien begünstigen aber dennoch eine ausgewogene Ernährung. Somit könnten sie unter ambitionierten Hobby-Köchen schnell zu einem geschmacklichen Höhepunkt für Menüs avancieren.

Die Mispel in der Küchenwelt

Zu Beginn der Nutzung von Mispeln werden sie aufgeschnitten, um ihre Kerne zu entfernen. Danach lassen sie sich als schmackhaftes Obst auslöffeln oder weiterverarbeiten. Hier ist es möglich, zarte Soßen, fruchtige Pürees oder eine ausgefallene Marmeladenkreation zu zaubern. Dazu kombinieren Köche die Mispel gerne mit Birnen oder Äpfeln. Des Weiteren wären Spirituosen, darunter Likör sowie Wein, ideale Produkte, die aus den seltenen Früchten hergestellt werden können. Manchmal tauchen sie auch mit diversen Füllungen als Beilagen auf oder verleihen Geflügelspeisen einen aromatischen Mehrwert.

Wem Mispeln aber besser in süßen Rezepten gefallen, der darf sie als Zutat für Eis und Kuchen anwenden. Eine besondere Variante sind außerdem Mispeln, die eine Weile in einen Zucker-Essig-Sud eingelegt wurden. Die Kerne der Wollmispel bringen obendrein in gemahlener Form ein Gewürz sowie einen Kaffee-Ersatz hervor.

Damit sind Mispeln oft verkannte, aber wertvolle Komponenten kreativer Speisen.

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